Bitcoin & Gold statt Euro & Dollar

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Bitcoin & Gold statt Euro & Dollar


Haben Sie es schon mitbekommen, unser Bargeld soll abgeschafft werden. Die 500.- Euro Scheine wurden bereits aus dem Markt genommen. Angeblich um Terroristen und Kriminellen den Geldhahn zu zudrehen. Angeblich ... der wahre Grund dürfte allerdings ein ganz anderer sein. Wenn es kein Bargeld mehr gibt und alle Schulden nur noch Buchwerte sind, dann ist dies viel leichter auf die eine oder andere Seite manipulierbar.


Gold & Bitcoin hingegen sind nicht manipulierbar. Sowohl Gold als auch Bitcoin gelten als Alternativen zum herkömmlichen Papiergeld. Beide können nicht beliebig vermehrt werden: Im einen Fall sorgt eine digitale Beschränkung dafür, bei Gold liegt eben nur eine beschränkte Menge in der Erde und muss erst gefördert werden. 

Hier hören die Gemeinsamkeiten aber auf: Während man beim Gold schon von einer gewissen Preisbeständigkeit sprechen kann – auch wenn es immer wieder Ausreißer nach unten gab –, sollte die Kursentwicklung eines Bitcoins eher mit einer Achterbahnfahrt verglichen werden. Kurseinbrüche von mehr als 50 Prozent und ebenso rasche Steigerungen sind vorgekommen. Wie kann es also sein, dass etwas, was nur aus Bits und Bytes besteht, erstmals mehr wert ist als Gold, was für Jahrhunderte das Maß aller Dinge war?
 

Vor einigen Jahren waren Bitcoins eine skurriles Phänomen an der Peripherie des Internets, doch spätestens seit dem Knacken der 1000-Dollar-Marke ist die Kryptowährung in aller Munde. Ihr Vormarsch scheint kaum aufzuhalten, Experten sehen in ihr sogar einen ernsthaften Rivalen zu Gold. Bitcoin ist eine digitale Währung, die aus dem Nichts entsteht. Keine Regierung, keine Notenbank kontrolliert oder manipuliert sie. Nicht Wille und Druckerpresse erschaffen die Währung, sondern vor allem die Rechenleistung von Computern. Gut neun Quadrillionen (US-Maß) oder neun Billiarden (deutsches Maß) Rechenoperationen pro Sekunde leistete das globale Computernetz für das Bitcoin-Mining Ende 2013. Und immer mehr Menschen begeben sich auf die Suche nach dem Bitcoin, mit dem man Produkte kaufen und auch spekulieren kann. 

Zahllose Computer rund um den Erdball schuften Tag und Nacht und versuchen, einen sogenannten Block (Computerbegriff für eine Vielzahl von Informationen) zu finden. Wird der richtige gefunden, gibt es 25 Bitcoin. Die landen auf der Festplatte, die alles, nur nicht ihren Geist aufgeben sollte. Dann sind die Bitcoin nämlich futsch. Daher erwerben viele - meist spekulative - Bitcoin-Fans das digitale Geld gleich auf Marktplätzen wie bitcoin.de oder mtgox.com und legen es in sogenannten Wallets (Geldbörsen) ab. 

Die Anhänger von Gold können auf eine lange Geschichte verweisen, in der das Edelmetall als Zahlungsmittel anerkannt war. Allerdings sind Zeiten des Goldstandards, als Währungen noch durch Gold gedeckt waren, auch schon seit Jahrzehnten vorbei. Heißt das, Gold hat seinen Nimbus als Safe Haven verloren? Eigentlich ist das Edelmetall DAS Anlageprodukt für Krisen. In unsicheren Zeiten steigt die Nachfrage und treibt den Goldpreis, weshalb Gold auch als typischer Angst-Indikator taugt: Je höher der Preis, desto größer die Angst am Finanzmarkt, so die Faustformel. Danach gemessen war die Angst 2011 am größten, als man sich inmitten der Eurokrise um die Staatsfinanzen vieler Länder sorgte. Gold stieg auf ein Rekordhoch von 1.921 Dollar, erst 2013 ging der Preis merklich zurück. Das Angst-Barometer Gold hat sich wieder abgekühlt auf heute 1.150 US-Dollar. 

Heißt das, die Angst ist verflogen? Gemessen an den Gold-Beständen der Frankfurter Börse keineswegs. Die sind nämlich so hoch wie nie, binnen eines Jahres haben sich die Gold-Bestände verdoppelt. Anleger kauften wie verrückt "Xetra-Gold" - und die Börse muss das Anlageprodukt mit dem Kauf der entsprechenden Menge an physischem Gold unterfüttern. Der Rückgang des Goldpreises in der zweiten Jahreshälfte wird einerseits mit einer gesunden Korrektur nach dem übertriebenen Preisanstieg erklärt, andererseits mit der amerikanischen Zinspolitik. Wenn die Fed die Zinsen anhebt, verliert Gold gegenüber anderen - zinsbringenden - Anlageformen an Attraktivität. Schwierig, das Edelmetall mit dieser Perspektive noch als sicheren Hafen zu betrachten. Der Kursverlust scheint programmiert.

Ein entscheidender Punkt bei beiden „Währungen“ ist, dass die Geldmenge nicht beliebig vermehrbar ist. Bei Gold ist das durch die natürlichen Vorkommen gegeben, bei Bitcoin ist die Menge mathematisch begrenzt. Darin unterscheiden sich sowohl Gold als auch Bitcoin von den herkömmlichen Papierwährungen. Spätestens seit der Finanzkrise wissen wir, dass das Geld in unserem Portemonnaie auch nicht so sicher ist wie lange Zeit angenommen. Im Grunde beruht jede Währung nur auf Vertrauen - dem Vertrauen, dass jemand anderes die Währung haben will, egal ob es sich um Dollar, Gold, Glasperlen oder eben Bitcoin handelt.

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